Wer wird denn gleich aufgeben... [weekly column]

Einen passenderen Satz um nach einer gefühlten Ewigkeit wieder in die Welt des geschriebenen Wortes rund um roten Lippenstift und Mizellenwasser getränkte Wattepads einzutauchen, kann ich mir kaum vorstellen.


Ich habe Euch wirklich vermisst.
Und ich habe Euch in den letzten Monaten beobachtet. Euch alle.

Eure Blogs. Eure Entwicklung. Euren Erfolg. Eure Veränderung. Und leider manchmal auch Eure Entgleisungen. Sowohl in kommunikativer Art als auch im Umgang miteinander.

Viele meiner liebsten Blogger Mädels mit enorm großen Talent für Worte und kreativem Auge bei Fotografie und Layout, haben längst den Füllfederhalter beiseite gelegt. Enorm schade, aber ich kann Euch in vielen Dingen so gut verstehen.



Die Beauty Blogger Szene ist eine der am meist diskutierten Communitys.

Von einer eingeschworenen Gemeinschaft bis hin zu Hauen und Stechen auf Blogger Events, weil die Eine der Anderen keinen einzigen Lippenstift als PR Sample in der wohl inzenierten Michael Kors Handtasche gönnt, ist wirklich jede Gefühlsregung dabei.
Spannend zu sehen, wenn man die beteiligten Blogger persönlich kennt, oftmals aber traurig anzusehen, wie sehr sich manche verändert haben.
Man möchte diesen Mädchen und Frauen zurufen, dass ein Zusammenhalt immer besser ist als ein gegenseitiges missmutiges Beäugen und als Einzelkämpferin zu agieren.

Egal in welcher Situation im Leben. Egal wo auf der Welt.

Aber das müssen wohl einige erst noch lernen.


Ich finde es großartig, dass es Blogger gibt, die unser aller Hobby zu ihrem Beruf gemacht haben.
Unglaublich, wie kreativ und vielschichtig einige arbeiten und unglaublich schade, wie wenig Zuspruch sie in Zeiten von Instagram und Co. mittlerweile für ihre Arbeit auf und mit ihrem Blog erfahren.

Es entsteht aber leider auch Druck, ein enorm großer Druck.

Nicht nur der, den man sich selbst macht, um Deadlines einzuhalten oder um möglichst die Erste zu sein, die über den neuesten Hype am Beautyhimmel bloggt.

Oftmals wird von Seiten der Agenturen und der PR Abteilung von Firmen eine große Erwartungshaltung kommuniziert.
Man erwartet professionelle Arbeit von jedem Blogger, professionell honorieren möchte aber kaum jemand.


Ich selbst habe mich auch in diesem Strudel befunden und neben dem Umstand, einen Vollzeitjob plus Familie zu haben, empfinde ich den Blog, meinen Blog, als einen großartig kreativen Nebenjob. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ich habe aufgehört als es am schönsten war. Ohne Groll auf irgendwen und ohne Reue auf irgendeinen Post, den ich jemals verfasst habe.

Aber ich wollte einfach nicht mehr unpersönlich von PR Agenturen in Kooperationsanfragen angesprochen werden, hatte es satt, mich recht zu fertigen, wenn es um Vergütungen oder Deadlines ging und habe mir die Freiheit genommen, viele Anfragen abzulehnen, oftmals ein NoGo wie ich schmerzlich feststellen musste.

Was natürlich zur Folge hatte, dass ich raus war. Raus aus dem Presseverteiler, raus aus neuen Anfragen. Oftmals bekam ich schon keine Antwort mehr, wenn ich nur die Voraussetzungen für einen Post auf meinem Blog besprechen wollte.
Mir war das alles einfach zu viel für zu wenig. Und ich spreche hier nicht von Geld. Sondern von Anerkennung und Wertschätzung. Leider bleiben diese beiden Tugenden oftmals auf der Strecke in unserem digitalen Zeitalter.

Auch einige schmerzliche Erfahrungen mit Blogger Kolleginnen haben mich sehr nachdenklich gemacht. Dummes Gerede hinter meinem Rücken, weil man wieder irgendwo eingeladen war, natürlich total unverdient in den Augen der Lästerschwestern.
Zudem schien es in Ordnung zu sein, Informationen auszutauschen, so lange man selbst davon profitierte. Fragte ich aber nach, würde ich ignoriert, teilweise auf einigen Social Media Kanälen sogar geblockt.

Was ist nur los mit Euch?


Trotzdem habe ich mich nie ganz losgelöst von der Beauty Blogger Szene, habe für einige Unternehmen online Artikel geschrieben und konnte so ein Teil der Szene bleiben.
Ich habe das bewusst nicht öffentlich gemacht, denn ich schreibe in erster Linie nur für mich und für den unglaublichen Spaß, den mir alles rund um das Thema Beauty bereitet. Ich konnte mich ausleben ohne es erklären zu müssen.


Und das ist einfach auch der entscheidende Punkt für diesen Post.

Ich möchte nicht ganz ohne sein.
Nicht ohne meinen Blog und nicht ohne die Freiheit, selbst entscheiden zu können über Inhalte und Zeitpunkte von Veröffentlichungen.

Meine Kontakte habe ich stark minimiert und das Unfollow von eben besagten Personen war für mich ein Muss.


Und deshalb ist ein Neustart hier und heute die logische Konsequenz.

Unabhängig von irgendwem und nur mir selbst gegenüber verantwortlich.
Das ist sicherlich gewagt in der heutigen Zeit, aber ganz ehrlich, es war und ist immer noch mein Baby und mein persönliches Projekt, an dem mehr Herzblut klebt als sich irgendwer vorstellen kann.

Kreativität wird oft belächelt.
Ich lächle dann ebenso und mehr als glücklich zurück.

Die Szene wird nie wieder so werden, wie sie noch vor 5 oder 6 Jahren war.
So überschaubar, so persönlich, so wertschätzend und so der richtige Ort für uns alle.


Aber wie war noch gleich der Satz?
Die Zeiten ändern sich.
Ja, und die Zeiten ändern auch uns.

Es wäre fatal, wenn wir uns nicht alle weiterentwickeln würden.
Uns und unsere Arbeit hinterfragen und jedes Mal aufs Neue wieder angreifen würden mit einer Menge Kreativität und einer Handvoll Risiko und Mut.


Und ich freue mich so sehr auf meinen Blog, auf das Netzwerken und auf viele neue Eindrücke und Erfahrungen.

Und natürlich auf Euch. Alle.

In diesem Sinne, wir lesen uns. 


Alles Liebe. 

Marion



Kommentare

Julia hat gesagt…
Schön, dass du uns als Bloggerin hier erhalten bleibst.
Ja es ist nicht immer einfach, aber man muss sich immer wieder bewusst machen, weshalb man mal angefangen hat.
kunterdunkle hat gesagt…
Dein Beitrag liest sich irgendwie mit einem lachenden und einem weinenden Auge...
Ich hoffe, dass das Lachen überwiegt und freue mich darauf, wieder mehr von dir zu lesen :)
Lena hat gesagt…
Jaja... Manchmal kann man nur den Kopf schütteln und sich selbst fragen, was man eigentlich will und welcher Weg der richtige ist. Ich finde es schön, dass du wieder da bist und freue mich immer, wenn ich auf Insta wieder ein Bild von dir sehe (:

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